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Auf dem Weg zu einer Innovationskultur in Hochschulen – 1. Etappe der HFD-Community Working Group der Musterwandler bei sipgate

Für das erste Arbeitstreffen in unserem Vorhaben ‚Innovationskultur’ (-> kurze Beschreibung des Vorhabens) haben wir die sipgate GmbH in Düsseldorf ausgewählt. 

Warum sipgate?

sipgate ist im Bereich Internet-Telefonie tätig und baut mit mehr als 170 Mitarbeiter*innen innovative Festnetz- und Mobilfunkprodukte für zu Hause, unterwegs und das Büro. Wir haben uns für das Unternehmen interessiert, weil es auch außerhalb der Branche inzwischen für seine innovative Arbeitsweise und -kultur bekannt ist, u.a. beschrieben in dem Buch „24 Work Hacks“ (https://www.sipgate.de/blog/24-work-hacks) oder in dem Video „24 work hacks, auf die wir bei sipgate gerne früher gekommen wären“ (https://youtube/qbGgUTLWZAc). Wie sipgate arbeitet, beschreibt das Unternehmen auf der eigenen Webseite kompakt so: 

„Wir sind lean und agil – mit ganzem Herzen. Keine Titel, keine Manager, keine Abteilungen, keine Gehaltsverhandlungen, keine Budgets, keine Angst, keine Überstunden . Stattdessen: Selbstverantwortung, Feedback, Lernen, Freiheit und Spaß – das ist es, was uns glücklich und gleichzeitig besser macht. Außerdem mögen wir schöne Dinge und wissen: Gute Architektur ermöglicht gutes Denken. Deshalb ist uns unser Büro so wichtig. Es bietet viel Raum für Austausch, sieht großartig aus und beherbergt unser eigenes Restaurant. Jeden Tag arbeiten wir hart daran, besser zu arbeiten. Erfahrungen und Gelerntes zu teilen, ist uns dabei besonders wichtig. Jedes Jahr besuchen uns deshalb tausende Menschen, um zu sehen, was genau unsere Arbeit besonders macht.“

Das war ein sehr intensiver und toller Termin und hat mir auch viel Spaß gemacht

hat uns Sigurd Jaiser aus der erweiterten Geschäftsführung von sipgate nach unserem Treffen geschrieben.

Die mehr als vier Stunden vor Ort waren auch für unsere Arbeitsgruppe (Annabell Bils, Nicole Engelhardt, Tobias Koch und Sabine Schulz) einfach nur intensiv und anregend. Wir haben
– erfahren, was die radikale Umstellung auf die Scrum-Arbeitsweise ausgelöst hat,
– von positiven und auch schwierigen Erfahrungen im Umstellungsprozess gehört,
– gelernt, von welchen Grundüberzeugungen und Prinzipien das Arbeiten und Miteinander bei Sipgate heute getragen ist und
– konnten vor Ort einen Eindruck davon gewinnen, wie dies im Arbeitsalltag und in der Raumgestaltung umgesetzt wird.

Die bei sipgate gelebte Transparenz und Offenheit wird auch hier sichtbar: 

(Foto: Sabine Schulz)

Der Zielsetzung unseres HFD-Vorhabens folgend, haben wir von den konkreten Erfahrungen bei sipgate im Gespräch immer wieder auf die Hochschulen geschaut, die durch die Kernaufgaben in Forschung und Lehre geprägt sind, Rahmenbedingungen als öffentliche Einrichtungen unterliegen und zugleich moderne Arbeitgeber sein wollen. Wie könnte man Kommunikationsprinzipien oder Prozesse aus der Arbeitskultur von sipgate in den Hochschulalltag übertragen? Wo geht es bei allen Unterschieden um ein grundlegendes Verständnis von Aufgaben und dem Miteinander? Wo wirkt sich der hochschulspezifische Kontext aus, können uns die Erlebnisse und Erfahrungen bei Sipgate aber vielleicht anregen, innerhalb der einzelnen Hochschulen einen anderen Weg im Veränderungsprozess zu gehen? 

Was wird hängen bleiben?

Für den Moment sind es vor allem diese Stichworte:

Und eine Erkenntnis ganz nebenbei…

Nach der Reflexion des ersten Gesprächs bei sipgate und der bisherigen Erfahrungen im Arbeitsprozess möchten wir im weiteren Prozess anders vorgehen, als in unserem Projektantrag an das HFD geplant. Ursprünglich wollten wir unsere Erkenntnisse aus den einzelnen Arbeitstreffen auswerten und weiteren Hochschulvertreter*innen (nur) vorstellen. Jetzt möchten wir gemeinsam mit anderen Hochschulvertreter*innen Handlungsfelder und -möglichkeiten für den Hochschulbereich erarbeiten. So werden schon bei der Erarbeitung der Ergebnisse mehr Perspektiven einfließen. Außerdem erweitern wir damit die Gruppe der Akteur*innen, die die Erkenntnisse in die Hochschulen tragen können. Die erste Erkenntnis der Community Working Group lautet also: Es lohnt, sich nach einer Etappe im Arbeitsprozess nochmals die Zielsetzung bewusst zu machen und nach dem in diesem Moment besten Vorgehen zu suchen, diese Zielsetzung im gegebenen Rahmen zu erreichen, selbst, wenn das ein Abweichen vom ursprünglichen Plan bedeutet. Eine zufällige Parallele zum Konzept der Sprints in Scrum?

Weitere Schritte der HFD-Community Working Group

Mitte Januar 2020 tauschen wir uns mit verschiedenen Gesprächspartnern aus dem Bereich ‚Research and Development‘ der Katholischen Universität Leuven aus. Mitte Februar gewinnen wir noch Einblicke in der Arbeitsweise der db.labs in Frankfurt. Aufbauend auf den Learnings aus allen Arbeitstreffen laden wir ausgewählte Vertreter*innen weiterer Hochschulen für den 25.03.2020 zu dem oben beschriebenen Abschlussworkshop nach Bonn ein.

Sabine Schulz 
für die HFD-Community Working Group

Autor:

Nach anderen beruflichen Stationen seit 2004 in verschiedenen Hochschulen in NRW (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Universität Bonn) tätig, seit 2012 als Kanzlerin der Kunsthochschule für Medien Köln.

Ein Kommentar zu „Auf dem Weg zu einer Innovationskultur in Hochschulen – 1. Etappe der HFD-Community Working Group der Musterwandler bei sipgate

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