Veröffentlicht in Ausprobieren, Erfahrungen

Einstieg in Working out loud in Hochschulen

Seit gut 10 Wochen beschäftige ich mich nun intensiver mit Working out loud (WOL) und versuche für mich zu ergründen, was diesen Ansatz ausmacht und ob er für die Hochschule taugt. Schon nach wenigen Wochen war für mich klar, da steckt Potential drin und darüber möchte ich gern sprechen. Ich habe daher ein paar Kolleg*innen innerhalb meiner Hochschule angeschrieben und das Konzept grob umrissen. Sie wurden neugierig. Es folgte ein Blogartikel mit der Einladung zu einem gemeinsamen Austausch. Bei diesem Austausch wollte ich zum einen die Methode etwas genauer darstellen, um eine gemeinsame Basis zu schaffen, und zum Mitdenken und Ausprobieren anregen. Vorbereitet habe ich ein paar Folien zu den fünf Grundprinzipien und der Struktur, die ich mit einer ersten, leicht angepassten Übung („Top 3“ aus Woche 9) angereichert habe. Anregungen dazu habe ich u.a. im WOL-Wiki gefunden.

Ich hab‘ da mal eine Frage

Und dann dachte ich mir, frag doch einfach mal die WOL-Community, was aus deren Sicht noch wichtig wäre:

Die Antworten darauf haben mich sehr beeindruckt. So sehr, dass ich hier gerne einige von ihnen wiedergeben möchte.

„Arbeit wieder menschlicher zu machen“

Katharina Krenzt verweist auf den Golden Circle: „Das Why-What-How von #WOL und der WOL Circle Methode und die Klärung, was es mit dem individuellen Lernziel auf sich hat.“ . Wozu dient das Ganze überhaupt? Barbara Heyden formuliert es wie folgt: „Die Beweggründe von @johnstepper für #WOL, u.a. tragfähige Beziehungen aufzubauen, eigene Sichtbarkeit erhöhen, dadurch #Selbstwirksamkeit erfahren und übergeordnet, dazu beizutragen, Arbeit wieder menschlicher zu machen („to re-humanize work“) #WorkingOutLoud“ . Erst danach – so meine Interpretation der Empfehlung – sollte ich darauf eingehen, wie WOL nun funktioniert.

Sabine Kluge betont das Verhältnis von Haltung und Lernprogramm:

Die Bilder entstammen dabei übrigens einem Skript, welches sie bei Interesse auch rausgibt. Einfach eine persönliche Nachricht via Twitter an @netzsabine schicken. Ihre Devise lautet „sharingiscaring“ – und das wiederum ist Teil der Haltung von Working out loud.

Begeisterung für ein gemeinsames Ziel

Als eine Variante antwortet Lars Kleining auf meine Frage „Die Begeisterung für ein gemeinsames Ziel, danach die individuellen Ziele.“ Diesen Impuls finde ich spannend, denn eigentlich steht ja erstmal das individuelle Ziel im Fokus von WOL. Mit der Rahmung durch ein gemeinsames Ziel lassen sich Working out loud-Anlässe schaffen, die eventuell den Einstieg erleichtern können. So kann ich mir prinzipiell WOL-Circle im Kontext der Personalentwicklung (z.B. klassisch während des Onboardings) gleichermaßen vorstellen wie zur Erweiterung des Netzwerkes in der Scientific Community. Und das sind jetzt nur zwei herausgegriffene Beispiele – es ist deutlich mehr denkbar.

Aushalten von Leere

Ralf Lippold verweist auf die Leere: „1. Auch die „Leere“ und das Gefühl, dass irgendwie nichts passiert, müssen ausgehalten werden. Meist beginnt der wahre Lernprozess erst kurz danach. 2. Festen Termin über Zeitraum von 12 Wochen einhalten – nicht immer einfach.“ Diesen Hinweis finde ich besonders wichtig. Working out loud ist keine Wundermethode. Auch hier stagniert der Prozess mal; unter der Woche bleibt keine Zeit, sich um das gewählte Ziel zu kümmern. Es ist erforderlich, das auszuhalten, zu reflektieren und ggf. nachzujustieren. Das schöne bei WOL: dabei ist man nicht allein, denn die anderen Circle-Mitglieder begleiten einen den gesamten Prozess über.

Loslegen!

Mona Markmann betont in ihrer Antwort „[D]ie Möglichkeit, direkt loszulegen. Den Leuten sofort die Möglichkeit zur circle Bildung geben, sobald ihr Interesse geweckt ist.“

In einer Stunde neben den persönlichen Erfahrungen all diese Impulse aufzugreifen und über Umsetzungsmöglichkeiten auch noch zu diskutieren, war gar nicht so einfach. Ob es mir gelungen ist, kann ich aktuell gar nicht sagen. Was ich aber festhalten kann, ist folgendes: Es haben sich einige gefunden, die neugierig geworden sind. Vielleicht finden sie sich zu einem Circle zusammen – oder suchen an anderer Stelle nach Interessierten. Einige konnten am Austausch nicht teilnehmen und warten noch auf weitere Informationen von mir.

Und ich selbst habe noch viele weitere Quellen genannt bekommen, die diesen Beitrag nun sprengen würden. Insofern verbleibe ich für den Moment mit: Fortsetzung folgt!

Autor:

Musterwandlerin an der FernUniversität in Hagen, an der ich mich hauptsächlich mit dem Einsatz digitaler Lehr-Lern-Lösungen beschätige und Innovationen eine bedeutende Rolle spielen.

3 Kommentare zu „Einstieg in Working out loud in Hochschulen

  1. Hallo liebe Nicole, ich bin neu bei den Musterwandlern, aber schon lange in anderen Lerninnovations-Netzwerken unterwegs. Ich habe auch erst Mitte März von den WOL-Kreisen erfahren (in der Corporate Learning Community) und danach gleich dieses Konzept entdeckt, was ich auf den ersten Blick für den HS-Kontext passender finde: https://cogneon.de/lernos/ und https://cogneon.de/2019/07/13/di3-13-wichtigsten-unterschiede-zwischen-lernos-und-wol/

    Vielleicht hast du ja Lust, ein lernOS Tandem in den nächsten Wochen zu starten?

    Kurz zu mir: ich arbeite in einem Qualitätspakt-Lehre-Projekt an der Universität Kiel mit den Schwerpunkten: Social Entrepreneurship Education, Service Learning, BNE, Design Thinking, Theory U
    https://www.perle.uni-kiel.de/de/quali/lehrende/professionalisierungsprogramm/gesellschaft-und-verantwortung

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    1. Liebe Frauke
      herzlich willkommen bei den Musterwandlern und danke für deine Tipps. Schaue ich mir gerne mal an und melde mich wieder.
      Herzlichst – Nicole

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