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Mehr Experimente und Mut zu Fehlern

Das Semester neigt sich dem Ende entgegen, viele von uns haben sich in den letzen Wochen sehr engagiert in ihren Hochschulen eingebracht und den durch die Corona-Pandemie deutlich verstärkten Veränderungsprozess begleitet. Nun erschien uns der passende Zeitpunkt gekommen zu sein, um auf die vergangenen Monate zurückzublicken und kurz inne zu halten, um zu reflektieren, was sich verändert hat, was wir davon beibehalten oder weiter ändern wollen.

In einem Online-Lean Coffee haben wir dazu eingeladen, Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Im Fokus stand dabei vor allem das Gespräch darüber, welche Veränderungen sich ergeben oder auf den Weg gebracht wurden und wie wir sie verstetigen können. In einem der ersten Statements dazu wurde die große Bereitschaft zu Experimenten und die damit einhergehende Fehlerkultur hervorgehoben. Es wurde nicht mehr langwierig abgewägt wie bisher gewohnt, sondern neue Prozesse oder der Einsatz neuer Tools wurde relativ schnell auf den Weg gebracht. Dabei sind natürlich auch Entscheidungen gefällt worden, die sich im Nachgang als schlecht herausgestellt haben, aber zum Zeitpunkt des Entscheidens passte es – und auch im Nachgang stört sich niemand daran. Eine neue Akzeptanz von Fehlern. Wie lässt sich das nun verstetigen? Die Sorge davor, dass es im kommenden Wintersemester wieder in den alten Modus zurückgehen könnte, ist bereits vorhanden.

Erste Erfahrungen

Vor diesem Hintergrund wurden bereits von anderen Hochschulen Erfahrungen berichtet, wie diese den sich so gezeigten kulturellen Wandel begleiten. Die Hochschule Osnabrück hat beispielsweise das Thema „Corona“ als Schwerpunkt in ihrer Mitarbeiter*innen-Zeitschrift aufgegriffen. Begleitend gab es darüber hinaus einen Podcast. Auch diverse Umfragen (hier ein Überlick über div. Forschungsumfragen) unter den Beschäftigten, teilweise schon vor dem Lockdown gestartet, dienen dazu, Veränderungen zu erheben aber auch Veränderungsbedarfe sichtbar zu machen. So wurde bei uns an der FernUniversität zum Beispiel sichtbar, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um auch zukünftig das Arbeiten aus dem Homeoffice heraus ermöglichen zu können. Die Einstellung dazu hat sich durch die letzten Wochen bereits massiv verändert, nun braucht es aber auch noch die passende Ausstattung und einen Konsens im Hinblick auf die Zusammenarbeit an gemeinsamen Dokumente etc.. Es bleibt noch einiges zu tun – und wir müssen bedenken, dass wir das Tempo aus den letzten Monaten nicht beibehalten können. Der Moment ist reif, um inne zu halten und sich neu zu sortieren.

„Meine Erkenntnisse aus Corona …“

Wie sich bereits zeigt, Transparenz spielt eine bedeutende Rolle bei dem Musterwandel. Vor diesem Hintergrund wurden weitere Ideen generiert, wie das Initiieren von Community of Practices, in denen Mitarbeiter*innen und/oder Lehrende gezielt zusammenfinden, um ihre Erfahrungen aus der Corona-Zeit miteinander zu teilen und gemeinsam zu lernen. An der Hochschule Osnabrück machen Lehrende ihre persönlichen Erfahrungen sichtbar, in dem sie als Testimonials in nur wenigen Worten ihre Learnings ausgedrückt haben. An anderer Stelle wurde auf den Einsatz eines Lernreisekalenders verwiesen, mit dem der Veränderungsprozess aktiv begleitet werden kann.

Soziale Präsenz trotz analoger Distanz

In einem zweiten Themenschwerpunkt haben wir uns noch damit beschäftigt, wie soziale Präsenz geschaffen werden kann trotz Distanz und vieler digitaler Formate. Ein Thema, das gleichermaßen das Arbeiten im Homeoffice als auch die Lehre betrifft. Insofern wurden diverse Beispiele aus der eigenen Praxis genannt, die beliebig übertragen werden können. Zum Beispiel können zum Austausch auch mal Breakoutrooms eingesetzt werden, in dem sich nur zwei bis drei Personen besprechen. Mit Kamerabild kommt die Mimik auch rüber und Personen scheinen sich gleich viel näher zu sein als bei Webkonferenzen mit 20 kleinen Kamerbildern. Auch das gemeinsame Arbeiten an digitalen Whiteboards (z.B. Conceptboard, Miro oder Mural) schafft ein Gemeinschaftsgefühl – ist allerdings eher etwas für Erfahrene oder muss zu Beginn gut begleitet werden. Für längere Veranstaltungen (z.B. Tagungen) wurde als begleitendes Element der Zoom-Kindergarten als Beispiel genannt, ein Angebot für die Kids der im Homeoffice-tätigen Erwachsenen, die keine alternative Betreuungsmöglichkeit haben.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Der Austausch war für eine Stunde geplant und ruckzuck waren die 60 Minuten vorbei. Und noch viele Themen offen. Wie geht es damit nun weiter?

Gern möchten wir mit euch weiter diskutieren und im Austausch bleiben. Wir werden daher weitere Termine anbieten. Zur besseren Planung werden wir die Themen schon vorher sammeln und bewerten lassen, um direkt in den wertvollen Austausch einsteigen zu können. Die Mischung aus Menschen unterschiedlicher Hochschulbereiche wurde als sehr wertvoll empfunden und darf gerne so beibehalten bleiben.

Insofern: Wir informieren euch über unsere weiteren Angebote und freuen und, wenn ihr wieder mit dabei seid!

Autor:

Musterwandlerin an der FernUniversität in Hagen, an der ich mich hauptsächlich mit dem Einsatz digitaler Lehr-Lern-Lösungen beschäftige und Innovationen eine bedeutende Rolle spielen.

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