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Rückblick auf das zweite Lean Coffee der Musterwandler*innen

"Schöne neue Welt" https://www.pikist.com/free-photo-xjggd/de (lizenzfrei)
Quelle: https://www.pikist.com/free-photo-xjggd/de (lizenzfrei)

Das zweite Lean Coffee am 27. August 2020 war erneut ein spannender und fruchtbarer Austausch von Musterwandler*innen aus verschiedenen Hochschulen. Es war zu spüren, dass einige Teilnehmer*innen sich bereits im Sommerurlaub erholen und reflektieren konnten und sich nun voller Energie den anstehenden Herausforderungen widmen wollen.

Diesmal stand im Mittelpunkt, was uns in Bezug auf das kommende Wintersemester bewegt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde stiegen wir direkt in die Themenfindung ein.

Als erstes Thema diskutierten wir über die Frage: „Wie können Lehrende für den Wandel „abgeholt“ werden? Diese Challenge wurde in weitere Fragen runtergebrochen:

  • Wie kommen wir dem Informationsbedarf der Lehrenden nach?
  • Wie schaffen wir leicht verfügbare Qualifikationsangebote für die Lehrenden?
  • Wie kann dabei der Lernaufwand für Lehrende möglichst weit reduziert werden?
  • Wie kann der Heterogenität der didaktischen und digitalen Kompetenzen der Lehrenden Rechnung getragen werden?

Die Teilnehmer*innen des Lean Coffee berichten über niedrigschwellige Maßnahmen zur Kompetenzvermittlung und Verhaltensbeeinflussung wie „One-Minute-Didaktik“ Plakate, die in Aufzügen oder an Druckern aufgehängt werden können. Eine ähnliche Stoßrichtung haben informelle „Lunch & Learn“-Meetings, Weiterbildungen über Messenger (Telegram, WhatsApp etc.) oder Chat-Sprechstunden zur digitalen Lehre.

Weitere Möglichkeiten bestehen in der Bereitstellung von Studentischen Digitalen Hilfskräften, um einen Wissens- und Kompetenztransfer von „digital natives“ zu den Lehrenden zu fördern.

Auch die emotionale Ebene sollte mit der Ansprache der Lehrenden abgedeckt werden. Es wird vermutet, dass häufig auch Ängste bei den Dozierenden zur Ablehnung von Veränderungen in der universitären Lehre führen.

Die zweite Frage, die uns bewegt: „Wie gehen wir mit einer konstanten Überforderung der Menschen um?“ Hier wurde die eigene Perspektive eingenommen, aber auch der Blick auf die Kolleginnen und Kollegen geworfen. Die erhöhte Arbeitsbelastung aus dem Corona-Semester steckte allen Beteiligten noch in den Knochen. Immer noch bleiben Aufgaben unbearbeitet liegen, für eine Reflexion erscheint keine Zeit übrig zu sein und die Krise hat Schwachstellen bei den Menschen selbst aber auch in der Zusammenarbeit schonungslos offen gelegt.

Die Musterwandler*innen richteten den Blick vor allem auf sich selbst: Wie gehen wir mit der Überforderung und dem Stress um? Wie reflektieren wir uns und schaffen eine innere Entlastung? Müssen wir Freiheit einfordern und uns nehmen – auch die Freiheit „Nein“ zu sagen?

Dabei treibt uns auch die Frage um, ob wir jemals wieder in einen Modus „vor Corona“ zurückkehren werden oder ob wir durch die Krise in eine neue Zeit und Arbeitswelt mit veränderten Rahmenbedingungen eingetreten sind.

Erneut hat das gemeinsame Gespräch über Aspekte, die uns und unsere Hochschulen aktuell bewegen, viel Spass gemacht und ich habe es als überaus kreativ und bereichernd empfunden. Wir freuen uns schon auf den Gedankenaustausch mit Euch beim nächsten Lean Coffee!

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