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HFD Community Working Group „Innovationskultur“

Das Hochschulforum Digitalisierung unterstützt acht Community Working Groups bei der Bearbeitung von Themen im Kontext von Hochschulen und Digitalisierung. Gruppen von maximal fünf Personen werden vom Hochschulforum Digitalisierung über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten gefördert. Dabei arbeiten die Teams in bis zu vier Arbeitstreffen eigenverantwortlich und lösungsorientiert an selbst gestellten Fragestellungen. 

Wir freuen uns sehr, dass wir auch innerhalb der Musterwandler mit einer Working Group zur „Innovationskultur“ an den Start gehen können. In den nächsten sechs Monaten möchten wir Ansätze für eine innovationsfördernde Organisationskultur an Hochschulen erarbeiten.

Dabei geht es uns darum, Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse in unseren Organisationen dahingehend zu wandeln, dass sie mit stetig neuen Ideen und sich verändernden Herausforderungen, nicht zuletzt in Folge der Digitalisierung, umgehen können. Ein wichtiger Baustein dafür ist unseres Erachtens eine entsprechende ‚innovationsfördernde’ Kultur. Diese verstehen wir als Ausprägung einer Organisationskultur, die immer von den Menschen, Prozessen, Zielen, Visionen und weiteren Umständen der Organisation abhängt und deshalb nicht allgemein, sondern nur konkret und individuell thematisiert werden kann. Innerhalb der Working Group halten wir es für wichtig und bereichernd, über unseren jeweiligen Hochschulalltag hinauszuschauen. Deshalb möchten wir uns mit Akteur*innen anderer Organisationen (öffentliche Institutionen und Unternehmen) austauschen, um von ihren Ansätzen und Erfahrungen zu lernen. Wir erwarten in dem Austausch keine Best-Practice-Beispiele, die sich vermutlich auch nicht auf spezifische Rahmenbedingungen unserer eigenen Institutionen übertragen lassen würden. Stattdessen möchten wir uns von den Erfahrungen anderer anregen lassen und mit ihnen gemeinsam über mögliche Wege für unsere Institutionen nachdenken, um zur Entwicklung einer eigenen Innovationskultur an den Hochschulen beizutragen.

Im Frühjahr 2020 werden wir unsere Arbeitergebnisse über diese Blogseite und in anderer geeigneter Form veröffentlichen, um sie für Interssierte nutzbar zu machen. Zusätzlich möchten wir hier gelegentlich Eindrücke aus unserem Arbeitsprozess teilen.

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Tobias Koch, stellvertretender Abteilungsleiter Multimedia- und Anwendungssysteme im Zentrum für Informations- und Medientechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf,  Dr. Sabine Schulz, Kanzlerin der Kunsthochschule für Medien Köln, Nicole Engelhardt, Leiterin der Koordinationsstelle für E-Learning und Bildungstechnologien und Dr. Annabell Bils, Referentin für Hochschulstrategie und Digitalisierung, FernUniversität in Hagen.

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„Die Zukunft ist jetzt“

Mit diesem Titel startete letzte Woche auf der DINI-Jahrestagung der Chief Digital Officer (CDO) von Hellmann Worldwide Logistics Stefan Borggreve seine Keynote. Er bot dem Publikum damit einen Blick über den Hochschultellerrand hinaus.

Sein Job besteht darin, Innovationen in die Firma hineinzubringen und die Transformation anzustoßen. Notwendig wird das, weil sich der Markt immer weiter verschiebt: Start-ups und Kooperationspartner drängen in den Markt, der ursprünglich der Logistik Branche vorbehalten war. Es entsteht ein extremer Druck. Gleichzeitig führen Megatrends wie autonome Fahrzeuge, das Internet der Dinge (z.B. Geofence Tracking) Advanced Analytics und Künstliche Intelligenz oder automatisierte Roboter-Prozesse dazu, dass Märkte aus Billiglohnländern zurückkehren können, da sich die Verteilung von Aufgaben auf Menschen und künstliche Systeme erneut verschiebt. “Die Zeit ist reif dafür, dass wir uns damit beschäftigen.” Zukünftig ist mit ständigen Veränderungen zu rechnen, wer sich damit nicht auseinandersetzt, wird perspektivisch abgehängt werden.

Man müsse sich daher mit Innovationen beschäftigen und selbst innovativ werden. Das Problem dabei: Innovationen sind so schlecht greifbar und kaum planbar. Stattdessen könne man Räume und eine Kultur schaffen, die Innovationen befördern. Strukturiertes Innovationsmanagement scheint ein Widerspruch in sich zu sein, aber es kann funktionieren, so Borggreve.

Folgende Ansatzpunkte liefert er dafür:

Stay relevant for your customer. Start thinking in cooperation.

Stefan Borggreve über “Die Zukunft ist jetzt” (Foto: FernUniversität)

Er startet damit das Gedankenexperiment, darüber nachzudenken, womit man seinem Unternehmen am meisten schaden könnte, um schließlich zu dem umgekehrten Ergebnis zu kommen, worin der zukünftige Nutzen liege. Bei mir löst das die Frage aus, was wir tun müssten, um uns als Hochschule zu schaden. Lebenslanges Lernen wird immer bedeutsamer. Die Weiterbildungsbranche boomt. Auch hier drängen sich immer mehr Education Start-ups in den Markt und gehen in Konkurrenz zu den Hochschulen. Der Stifterverband rät in seiner Presemitteilung vom 08. August: „Hochschulen können von Education-Start-ups lernen“. Aber tun wir das schon? Oder schaden wir uns selbst, indem wir uns weiter darauf fokussieren, „nur“ für ein grundständiges Hochschulstudium zuständig zu sein.

Ebenso lohnt es sich die Weiterentwicklung im Bereich der privaten Hochschulen zu betrachten, die durch neue, innovative (Online-)Studienmodelle Studierende anlocken. Ein Beispiel stellt das Angebot der internationalen Hochschule Edu dar, an der dank einer Kooperation mit einem Klinikverbund Medizin komplett online studiert werden kann. Die zugehörigen Praxisphasen können zwischendrin in den Kliniken absolviert werden. Ohne entsprechend digitale Angebote und Kooperationen ein noch undenkbares Modell. Der Wettbewerb steigt.

Borggreves Fazit, welchem ich nur zustimmen kann, lautet: Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen auch wir uns (in den Hochschulen) bewegen und sollten Mut haben, Neues zu wagen. Wir sollten über neue „Produkte“ nachdenken, unsere Zielgruppe viel stärker in unsere Weiterentwicklung miteinbeziehen, wie es auch die #DigitalChangemaker des Hochschulforum Digitalisierung in ihrem aktuellen Thesenpapier fordern, und hierzu ist es erforderlich, dass wir intern unsere Arbeitsprozesse anpassen und uns mit einem Kulturwandel auseinandersetzen.

Auszüge dieses Artikels sind bereits am 15.10.2019 unter https://ekoo.fernuni-hagen.de/innovative-projekte-in-forschung-lehre-und-infrastruktur-rueckblick-auf-dini-jahrestagung/ erschienen .

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Musterwandel in Hochschulen – nötig und möglich/ Musterwandler auf dem Creative Bureaucracy Festival 2019

Im Sinne eines „spread the word“ biete ich hier noch eine kurze Nachlese von der Session „Musterwandel an Hochschulen – nötig und möglich“ an.

Herausforderungen, die die Hochschulen heute erleben und angehen wollen

Der umfassende Wandel ist auch an den Hochschulen spürbar. Er betrifft v.a.

  • die Arbeitswelt (u.a. Fachkräftemangel, World Development Report 2019 der Weltbank, zunehmende psych. Erkrankungen am Arbeitsplatz)
  • die Wirtschaft im Allgemeinen (hier genügt VUCA)
  • die Digitalisierung
  • und wird noch ergänzt durch Veränderungen in den hochschulspezifischen Rahmenbedingungen.

Stichworte sind hier u.a.:

  • gesetzlicher Rahmen und selbstgesetzte Aufgaben
  • Verschiebungen in den Finanzierungsmöglichkeiten und
  • Profilierungsstrategien im Wettbewerb.

Wie können Hochschulverwaltungen einen guten Weg finden, damit umzugehen?

Sie können

  • im persönlichen Austausch, online und darüber hinaus Neues kennenlernen,
  • im Kleinen oder Großen, privat oder in der Hochschule Neues ausprobieren
  • Erfahrungen sammeln, um zu bewerten, ob eine neue Projektmanagementmethode, ein neues Kommunikationsformat, eine neue Art der interdisziplinären Zusammenarbeit für sie paßt und Herausforderungen auf dem Weg als Entwicklungsschritte verstehen,

mindestens ebenso wichtig:

  • sich mit anderen über ihre Erfahrungen austauschen.

Wie kann die Musterwandler-Initiative dazu beitragen?

Wir möchten Interessierte bei ihren eigenen Schritten unterstützen. Die Initiative gibt dafür zunächst nur den Raum. Wie dieser sich füllt, können alle mitgestalten, die dort ihre Fragen oder Anregungen mit anderen teilen. So bleibt die Initiative lebendig und kann ein kollegiales Netzwerk für zukunftsfähige Hochschulverwaltungen entstehen.

In der Festivalsession habe ich deshalb auch von konkreten Herausforderungen und positiven Erfahrungen mit einem Selbstorganisationsmodell in der Kunsthochschule erzählt, um darüber mit den Teilnehmer/innen (ca. ein Dutzend aus verschiedenen Hochschulen, einer außeruniversitären Forschungseinrichtung und einem weiteren engagierten Gast mit Außenperspektive) in’s Gespräch zu kommen. Als die Sessionglocke zu neuen Programmangeboten rief, hätten wir gerne noch mehr Zeit für unser Gespräch gehabt. Ich betrachte es als ersten Schritt, durch den wieder neue persönliche Kontakte entstanden sind.

Auch insoweit bleibt vom CBF 2019 die Erkenntnis: „Da geht noch ‚was!

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Creative Bureaucracy Festival 2019 – viele neue Fäden zum Weiterknüpfen

Das Creative Bureaucracy Festival 2019 in Berlin hat in seiner zweiten Auflage wieder viele Akteur/innen aus den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen öffentlicher Institutionen mit Interessierten aus dem Beraterfeld und weiteren Impulsgebern zusammengebracht. Überall war das gemeinsame Anliegen spürbar, miteinander neue Wege für eine zukunftsfähige Verwaltung zu finden. Das Festival bot allen einen anregenden Raum und Rahmen für den fachlichen und persönlichen Austausch.

Das Programmformat (12 Räume mit jeweils 5 bzw. 8 Zeitschienen) bot Platz für vielfältige fachbezogene Diskussionen, Erfahrungsaustausch, gemeinsames Brainstorming genau so wie praktisches Arbeiten.

Mindestens genau so wichtig waren die Zwischenräume für spontane Gespräche. Hier konnten bestehende Netzwerke verstärkt und neue initiiert werden. Die Begriffe Innovation, Digitalisierung und Netzwerk waren allgegenwärtig.

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Hochschulperle für die Musterwandler*innen

Juhuuu, wir freuen uns sehr über die Auszeichnung „Hochschulperle des Monats August 2019“ des Stifterverbands. Der Stifterverband stellt durch die Auszeichnung , welche dieses Jahr unter dem Motto „Future Skills“ steht, jeden Monat ein (noch) kleines Projekt aus der Hochschulwelt aus Deutschland vor. Am Ende des Jahres 2019 wird aus allen 12 monatlich ausgezeichneten Projekten die Hochschulperle des Jahres ausgewählt.

Unter https://www.stifterverband.org/hochschulperle können sich alle Interessierte über die Auszeichnung informieren.

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Aufgabenorganisation per Kanban Board

Die FH Bielefeld steht kurz vor der Veröffentlichung ihrer Ausschreibung für ein neues integriertes Campus Management System. Dabei wird das Campus Management Projektteam im Zuge der Vorbereitung der europaweiten Ausschreibung von einer Consulting Firma sowohl inhaltlich, als auch juristisch unterstützt.

In den vergangenen Wochen galt es daher eine geeignete Kommunikationslösung für die Zusammenarbeit zwischen der FH Bielefeld und der Consulting Firma zu finden. Anstehende Aufgaben, deren Priorisierung und deren Bearbeitungsstatus, sowie Vorbereitungen für die gemeinsamen Workshops sollen für alle beteiligten Personen an einem zentralen Ort einsehbar sein.

Seitens der FH Bielefeld ist sowohl das Projektteam, welches im Dezernat für Studium und Lehre angesiedelt ist, als auch das Dezernat für Finanzen und Forschung, eingebunden. Alle beteiligten Mitarbeiter*innen sind in der Vorbereitungsphase der Ausschreibung sowohl FH-intern, als auch mit dem externen Partner auf eine enge und schnelle Zusammenarbeit angewiesen.

Es stellt sich schnell heraus, dass sich die Nutzung eines Kanban Boards besonders gut zur Kommunikation und Aufgabenverteilung eignen würde. Ein webbasiertes Tool wurde gefunden, zu dem alle Beteiligten eingeladen wurden und die anstehenden Aufgaben nach und nach eingepflegt wurden.

Jederzeit kann auf den aktuellen Stand der einzelnen Aufgaben zugegriffen werden. Nicht nur die für jeden individuell zugeordneten Aufgaben sind einsehbar, sondern auch die To Do’s, die die anderen Kolleg*innen betreffen. Durch das Verschieben der einzelnen Karten, die mit den Aufgaben versehen sind, lassen sich die Prioritäten anzeigen. Außerdem können über eine Kommentar-Funktion Rückfragen gestellt werden oder Anmerkungen hinterlassen werden. Für uns hat sich die Nutzung des Kanban Boards als eine prima Lösung zur Visualisierung der Aufgaben herausgestellt. Die To Do’s konnten genau geplant und den Akteuren zugewiesen werden, sodass Alle informiert waren, was noch zu tun ist und was bereits erledigt wurde. Mit dem Kanban Board lässt sich flexibel und agil arbeiten – es ist möglich Aufgaben nachzubessern oder deren Priorität zu verändern.

Trotz der bisher relativ kurzen Einsatzzeit des Kanban Boards, haben sich für das Projektteam bereits ganz klar die Vorteile herausgestellt. Die bisherige Erfahrung hat ergeben, dass sich das Tool prima zur Arbeitsorganisation von (agiler) Projektarbeit eignet. Auch denkbar wäre aus meiner Sicht der Einsatz zur Arbeitsorganisation im Tagesgeschäft.

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Ein gemeinsames Anliegen

Wir haben neulich in der Verwaltung über das Thema Verbundenheit gesprochen. Wohin strebt die Hochschule fast 30 Jahre nach der Gründung?  Was verbindet uns miteinander, innerhalb der Verwaltung und darüber hinaus? 

Ich hatte dazu im Frühjahr einmal ein längeres Telefonat mit Prof. Gerald Hüther, bei dem mir der Unterschied zwischen Auftrag und Anliegen klar wurde: Bei einem Auftrag gibt es die Rolle des ‚Erfüllers‘. Geht es um ein gemeinsames Anliegen, ist jeder Beteiligte ein ‚Verwirklicher‘. Um Veränderungen wirklich zu verankern, solle man sich nach Prof. Hüther zunächst die grundlegende Frage stellen, was die Beteiligten gemeinsam antreibt. Gibt es darauf noch keine klare Antwort, ermuntert er dazu, die Frage offen zu stellen, um miteinander das verbindende Anliegen zu erarbeiten. Sonst könnten Veränderungen u. U. eher mit der Persönlichkeit und Sichtweise einzelner Personen verbunden werden und würden bei deren Ausscheiden vielleicht wieder hinterfragt. Die Verständigung auf ein gemeinsames Anliegen könnte dagegen ein breiteres, langfristig tragendes Fundament schaffen. Anders als SMART formulierte und erreichbare Ziele könnte das gemeinsame Anliegen jeden immer wieder zur bestmöglichen Verwirklichung anspornen. 

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