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Kultur wandeln – Erste Schritte: Mitarbeitendenversammlung mal anders

In diesem März habe ich meine neue Position als Geschäftsführerin des Zentrum für Medien- und Informationstechnik (ZIMT) der Universität Siegen angetreten. Erwartet hat mich eine heterogene Struktur – zusammengewürfelt aus Universitätsrechenzentrum, Verwaltungs-IT und Medienproduktion zum jetztigen ZIMT mit professoraler Leitung (Prof. Dr.-Ing. Sabine Roller) in Kooperation mit mir als Geschäftsführerin. Verteilt auf verschiedene Standorte mussten Wege gefunden werden, unser Personal zusammen zu führen. Wie in so vielen Einheiten mit ähnlichem Charakter steht auch unser ZIMT zusätzlich vor der Herausforderung, neben dem Tagesgeschäft mit einer erheblichen Menge an zusätzlichen Projekten zurecht kommen zu müssen. Auch ZIMT-eigene Forschungs- und Weiterentwicklungsprojekte sind zu berücksichtigen.

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Auf dem Weg zu einer Innovationskultur in Hochschulen – 1. Etappe der HFD-Community Working Group der Musterwandler bei sipgate

Für das erste Arbeitstreffen in unserem Vorhaben ‚Innovationskultur’ (-> kurze Beschreibung des Vorhabens) haben wir die sipgate GmbH in Düsseldorf ausgewählt. 

Warum sipgate?

sipgate ist im Bereich Internet-Telefonie tätig und baut mit mehr als 170 Mitarbeiter*innen innovative Festnetz- und Mobilfunkprodukte für zu Hause, unterwegs und das Büro. Wir haben uns für das Unternehmen interessiert, weil es auch außerhalb der Branche inzwischen für seine innovative Arbeitsweise und -kultur bekannt ist, u.a. beschrieben in dem Buch „24 Work Hacks“ (https://www.sipgate.de/blog/24-work-hacks) oder in dem Video „24 work hacks, auf die wir bei sipgate gerne früher gekommen wären“ (https://youtube/qbGgUTLWZAc). Wie sipgate arbeitet, beschreibt das Unternehmen auf der eigenen Webseite kompakt so: 

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Wie Kekse die Mitarbeiter*innen-Motivation fördern?

Letzte Woche war ich vom Arbeitskreis „Strategie und Organisation“ des ZKI (Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung e.V.), zu einem Arbeitskreistreffen eingeladen, um dort einen Vortrag über Mitarbeiter*innen-Motivation zu halten. Ein paar Tage vorher habe ich in meinem Team noch mal gefragt, was sie motivieren würde und was ich bei diesem Treffen von ihrer Seite noch einbringen könnte. Eine meiner Kolleginnen meinte daraufhin: „Kekse am Freitagnachmittag motivieren ungemein.“ Ufffff. Damit hatte ich nicht gerechnet. Und es war auch ganz und gar nicht die Antwort, die ich gerne im Hinblick auf meinen Vortrag hören wollte. Zählen Kekse nicht auch irgendwie zu extrinsischen Anreizen? Und weshalb halte ich extrinsische Anreize für wenig wirksam?

Im Folgenden möchte ich gern eine Kurzversion meines Vortrags zusammenstellen, dessen Inhalte ich überwiegend aus diverser Literatur zusammengetragen habe. Alle Quellen sind angegeben – bei Interesse empfehle ich daher, selbst noch mal tiefer in die Materie einzutauchen.

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Rückblick auf die Konferenz Agile Verwaltung in Berlin (24. Oktober 2019)

Mit etwas Abstand möchte ich auf die 4. Konferenz Agile Verwaltung vom 24. Oktober 2019 in Berlin zurückblicken. Für mich war es die erste Teilnahme an einer Konferenz des Forums Agile Verwaltung.

Ich war schon bei der Vorabendveranstaltung überrascht von der positiven Atmosphäre: Es waren so viele neugierige und aufgeschlossene Menschen aus Verwaltungen versammelt! Sie alle führte der Wunsch zusammen, in ihren Organisationen einen Wandel anzustoßen, um Verwaltung agiler zu gestalten und so mehr an den Bedürfnissen der Bürger*innen auszurichten.

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HFD Community Working Group „Innovationskultur“

Das Hochschulforum Digitalisierung unterstützt acht Community Working Groups bei der Bearbeitung von Themen im Kontext von Hochschulen und Digitalisierung. Gruppen von maximal fünf Personen werden vom Hochschulforum Digitalisierung über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten gefördert. Dabei arbeiten die Teams in bis zu vier Arbeitstreffen eigenverantwortlich und lösungsorientiert an selbst gestellten Fragestellungen. 

Wir freuen uns sehr, dass wir auch innerhalb der Musterwandler mit einer Working Group zur „Innovationskultur“ an den Start gehen können. In den nächsten sechs Monaten möchten wir Ansätze für eine innovationsfördernde Organisationskultur an Hochschulen erarbeiten.

Dabei geht es uns darum, Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse in unseren Organisationen dahingehend zu wandeln, dass sie mit stetig neuen Ideen und sich verändernden Herausforderungen, nicht zuletzt in Folge der Digitalisierung, umgehen können. Ein wichtiger Baustein dafür ist unseres Erachtens eine entsprechende ‚innovationsfördernde’ Kultur. Diese verstehen wir als Ausprägung einer Organisationskultur, die immer von den Menschen, Prozessen, Zielen, Visionen und weiteren Umständen der Organisation abhängt und deshalb nicht allgemein, sondern nur konkret und individuell thematisiert werden kann. Innerhalb der Working Group halten wir es für wichtig und bereichernd, über unseren jeweiligen Hochschulalltag hinauszuschauen. Deshalb möchten wir uns mit Akteur*innen anderer Organisationen (öffentliche Institutionen und Unternehmen) austauschen, um von ihren Ansätzen und Erfahrungen zu lernen. Wir erwarten in dem Austausch keine Best-Practice-Beispiele, die sich vermutlich auch nicht auf spezifische Rahmenbedingungen unserer eigenen Institutionen übertragen lassen würden. Stattdessen möchten wir uns von den Erfahrungen anderer anregen lassen und mit ihnen gemeinsam über mögliche Wege für unsere Institutionen nachdenken, um zur Entwicklung einer eigenen Innovationskultur an den Hochschulen beizutragen.

Im Frühjahr 2020 werden wir unsere Arbeitergebnisse über diese Blogseite und in anderer geeigneter Form veröffentlichen, um sie für Interssierte nutzbar zu machen. Zusätzlich möchten wir hier gelegentlich Eindrücke aus unserem Arbeitsprozess teilen.

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Tobias Koch, stellvertretender Abteilungsleiter Multimedia- und Anwendungssysteme im Zentrum für Informations- und Medientechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf,  Dr. Sabine Schulz, Kanzlerin der Kunsthochschule für Medien Köln, Nicole Engelhardt, Leiterin der Koordinationsstelle für E-Learning und Bildungstechnologien und Dr. Annabell Bils, Referentin für Hochschulstrategie und Digitalisierung, FernUniversität in Hagen.

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„Die Zukunft ist jetzt“

Mit diesem Titel startete letzte Woche auf der DINI-Jahrestagung der Chief Digital Officer (CDO) von Hellmann Worldwide Logistics Stefan Borggreve seine Keynote. Er bot dem Publikum damit einen Blick über den Hochschultellerrand hinaus.

Sein Job besteht darin, Innovationen in die Firma hineinzubringen und die Transformation anzustoßen. Notwendig wird das, weil sich der Markt immer weiter verschiebt: Start-ups und Kooperationspartner drängen in den Markt, der ursprünglich der Logistik Branche vorbehalten war. Es entsteht ein extremer Druck. Gleichzeitig führen Megatrends wie autonome Fahrzeuge, das Internet der Dinge (z.B. Geofence Tracking) Advanced Analytics und Künstliche Intelligenz oder automatisierte Roboter-Prozesse dazu, dass Märkte aus Billiglohnländern zurückkehren können, da sich die Verteilung von Aufgaben auf Menschen und künstliche Systeme erneut verschiebt. “Die Zeit ist reif dafür, dass wir uns damit beschäftigen.” Zukünftig ist mit ständigen Veränderungen zu rechnen, wer sich damit nicht auseinandersetzt, wird perspektivisch abgehängt werden.

Man müsse sich daher mit Innovationen beschäftigen und selbst innovativ werden. Das Problem dabei: Innovationen sind so schlecht greifbar und kaum planbar. Stattdessen könne man Räume und eine Kultur schaffen, die Innovationen befördern. Strukturiertes Innovationsmanagement scheint ein Widerspruch in sich zu sein, aber es kann funktionieren, so Borggreve.

Folgende Ansatzpunkte liefert er dafür:

Stay relevant for your customer. Start thinking in cooperation.

Stefan Borggreve über “Die Zukunft ist jetzt” (Foto: FernUniversität)

Er startet damit das Gedankenexperiment, darüber nachzudenken, womit man seinem Unternehmen am meisten schaden könnte, um schließlich zu dem umgekehrten Ergebnis zu kommen, worin der zukünftige Nutzen liege. Bei mir löst das die Frage aus, was wir tun müssten, um uns als Hochschule zu schaden. Lebenslanges Lernen wird immer bedeutsamer. Die Weiterbildungsbranche boomt. Auch hier drängen sich immer mehr Education Start-ups in den Markt und gehen in Konkurrenz zu den Hochschulen. Der Stifterverband rät in seiner Presemitteilung vom 08. August: „Hochschulen können von Education-Start-ups lernen“. Aber tun wir das schon? Oder schaden wir uns selbst, indem wir uns weiter darauf fokussieren, „nur“ für ein grundständiges Hochschulstudium zuständig zu sein.

Ebenso lohnt es sich die Weiterentwicklung im Bereich der privaten Hochschulen zu betrachten, die durch neue, innovative (Online-)Studienmodelle Studierende anlocken. Ein Beispiel stellt das Angebot der internationalen Hochschule Edu dar, an der dank einer Kooperation mit einem Klinikverbund Medizin komplett online studiert werden kann. Die zugehörigen Praxisphasen können zwischendrin in den Kliniken absolviert werden. Ohne entsprechend digitale Angebote und Kooperationen ein noch undenkbares Modell. Der Wettbewerb steigt.

Borggreves Fazit, welchem ich nur zustimmen kann, lautet: Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen auch wir uns (in den Hochschulen) bewegen und sollten Mut haben, Neues zu wagen. Wir sollten über neue „Produkte“ nachdenken, unsere Zielgruppe viel stärker in unsere Weiterentwicklung miteinbeziehen, wie es auch die #DigitalChangemaker des Hochschulforum Digitalisierung in ihrem aktuellen Thesenpapier fordern, und hierzu ist es erforderlich, dass wir intern unsere Arbeitsprozesse anpassen und uns mit einem Kulturwandel auseinandersetzen.

Auszüge dieses Artikels sind bereits am 15.10.2019 unter https://ekoo.fernuni-hagen.de/innovative-projekte-in-forschung-lehre-und-infrastruktur-rueckblick-auf-dini-jahrestagung/ erschienen .

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Musterwandel in Hochschulen – nötig und möglich/ Musterwandler auf dem Creative Bureaucracy Festival 2019

Im Sinne eines „spread the word“ biete ich hier noch eine kurze Nachlese von der Session „Musterwandel an Hochschulen – nötig und möglich“ an.

Herausforderungen, die die Hochschulen heute erleben und angehen wollen

Der umfassende Wandel ist auch an den Hochschulen spürbar. Er betrifft v.a.

  • die Arbeitswelt (u.a. Fachkräftemangel, World Development Report 2019 der Weltbank, zunehmende psych. Erkrankungen am Arbeitsplatz)
  • die Wirtschaft im Allgemeinen (hier genügt VUCA)
  • die Digitalisierung
  • und wird noch ergänzt durch Veränderungen in den hochschulspezifischen Rahmenbedingungen.

Stichworte sind hier u.a.:

  • gesetzlicher Rahmen und selbstgesetzte Aufgaben
  • Verschiebungen in den Finanzierungsmöglichkeiten und
  • Profilierungsstrategien im Wettbewerb.

Wie können Hochschulverwaltungen einen guten Weg finden, damit umzugehen?

Sie können

  • im persönlichen Austausch, online und darüber hinaus Neues kennenlernen,
  • im Kleinen oder Großen, privat oder in der Hochschule Neues ausprobieren
  • Erfahrungen sammeln, um zu bewerten, ob eine neue Projektmanagementmethode, ein neues Kommunikationsformat, eine neue Art der interdisziplinären Zusammenarbeit für sie paßt und Herausforderungen auf dem Weg als Entwicklungsschritte verstehen,

mindestens ebenso wichtig:

  • sich mit anderen über ihre Erfahrungen austauschen.

Wie kann die Musterwandler-Initiative dazu beitragen?

Wir möchten Interessierte bei ihren eigenen Schritten unterstützen. Die Initiative gibt dafür zunächst nur den Raum. Wie dieser sich füllt, können alle mitgestalten, die dort ihre Fragen oder Anregungen mit anderen teilen. So bleibt die Initiative lebendig und kann ein kollegiales Netzwerk für zukunftsfähige Hochschulverwaltungen entstehen.

In der Festivalsession habe ich deshalb auch von konkreten Herausforderungen und positiven Erfahrungen mit einem Selbstorganisationsmodell in der Kunsthochschule erzählt, um darüber mit den Teilnehmer/innen (ca. ein Dutzend aus verschiedenen Hochschulen, einer außeruniversitären Forschungseinrichtung und einem weiteren engagierten Gast mit Außenperspektive) in’s Gespräch zu kommen. Als die Sessionglocke zu neuen Programmangeboten rief, hätten wir gerne noch mehr Zeit für unser Gespräch gehabt. Ich betrachte es als ersten Schritt, durch den wieder neue persönliche Kontakte entstanden sind.

Auch insoweit bleibt vom CBF 2019 die Erkenntnis: „Da geht noch ‚was!