Veröffentlicht in Allgemein, Erfahrungen, Herausforderungen

Personal gesucht

One person with passion is better, than forty persons merely interested.

E.M. Forster

Vor einiger Zeit war ich Teilnehmerin eines Führungskräfteforums mit fast 300 Teilnehmern aus den unterschiedlichsten öffentlichen Verwaltungen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Wie kann die Verwaltung den digitalen Wandel managen?“ und wurde initiiert von der MACH AG.

Unter anderem gab es einen Impulsvortrag zum Thema „Generation Y – Ansprüche an die Arbeitswelt“ (von Dr. Steffi Burkhardt). Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Ansprüche der neuen Mitarbeiterschaft. Das Mindset der Generation Y, der jetzigen Ende-20- bis Mitte-30-Jährigen und insbesondere der Generation Z hat sich dahingehend gewandelt, dass zwei grundlegende Prinzipien diesem zu Grunde liegen: „Me first“ „Purpose – Impact – Education“. Dies bedeutet, dass bei diesen Generationen ein hoher Grad an Individualisierung vorherrscht und diese beiden Generationen oftmals nur bereit sind zu investieren, wenn sie die direkte Vision der Arbeit verstehen, das Veränderungsresultat ihrer Arbeit spüren können und entsprechend motiviert werden, sich weiterzubilden. Dieser Kulturwandel wird durch die Digitalisierung extrem beschleunigt und die öffentliche Verwaltung – quasi gezwungen zu reagieren und Wege zu finden, diesen sich schnell verändernden Ansprüchen und schnell verändernden Technologien gerecht zu werden und flexibel auf Wandel reagieren zu können.

Nun bin ich auf einen Artikel gestoßen von Anja Förster (https://www.xing.com/news/insiders/articles/wenn-potenzial-mehr-zahlt-als-erfahrung-2073513) der den Titel trägt „Wenn Potential mehr zählt als Erfahrung“. Dieser Artikel zeigt, dass das was Frau Dr. Burkhardt als Herausforderung beschreibt in Wirklichkeit ein Erfolgskriterium für Organisationen und Unternehmen sein kann. Sie beruft sich dabei auf eine Argumentation von
Fernández-Aráoz , der sagt, dass „das Potential das Schlüsselkriterium sein sollte für die Suche und Ausbildung von Führungskräften. Noch vor Erfahrung und Fähigkeiten.“ Fünf Indikatoren seien hierfür ausschlaggebend 1. Motivation 2. Neugier 3. Scharfblick 4. Engagement und 5. Entschlossenheit.

Seit zwei Wochen hat nun eine neue Mitarbeiterin in unserem Team angefangen, die genau nach diesen Kriterien ausgesucht wurde. Es fehlt ihr an Erfahrungen und Fähigkeiten für das doch sehr spezielle Aufgabengebiet, aber ich ich kann jetzt schon beobachten wie sie sich mit Elan in das neue Arbeitsfeld einarbeitet und hoch motiviert ist sich in kürzester Zeit die Fähigkeiten anzueignen. Ich habe den Eindruck, wir sind auf dem richtigen Weg.

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Kompetenzen für die Zukunft?

Nicht erst, seit ich das Zitat von Roman R. Rüdiger auf der EduAction-Seite gelesen habe (s. früherer Beitrag), frage ich mich, welche Kompetenzen wir alle, umso mehr die nächste Generation, für die Zukunft brauchen werden.

Der umfassende Wandel, den wir in Technik, Gesellschaft und Wirtschaft erleben, wirkt auch in die Hochschulen und den gesamten Bildungsbereich hinein. Die Initiative EduAction hat sich 2018 dem Schlüsselthema „Zukunftskompetenzen“ gewidmet. Auf ihrer Webseite (http://www.edu-action.de) findet man verschiedene Informationen und Denkanstöße, darunter die unten abgebildete Übersicht der Initiative WeQ. WeQ beschreibt sich auf der eigenen Webseite (http://weq.foundation/weq-skills/) als Plattform zur Entwicklung eines tiefgreifend neuen Ansatzes für Lernen und Arbeiten im 21. Jahrhundert. „WeQ“ steht für „More than IQ“, was die eine oder der andere vielleicht schon einmal gehört hat.

 

Da in der Übersicht auch auf von der OECD genannte „Future Skills“ verwiesen wird, habe ich weiter recherchiert und eine interaktive Datenbank der OECD zu „Skills for jobs“ (https://www.oecdskillsforjobsdatabase.org/#DE/) gefunden – ein ganz anderer Ansatz, Menschen auf der Suche nach arbeitsplatzbezogenen Kompetenzen eine Orientierung anzubieten.

Eine umfassende Analyse der weltweiten Veränderungen auf den Arbeitsmärkten und Verschiebungen zwischen bisher relevanten und zukünftig (wohl) benötigten Kompetenzen findet man in der Veröffentlichung der Weltbank von 2018 mit dem Titel „The changing nature of work“ (http://documents.worldbank.org/curated/en/816281518818814423/pdf/2019-WDR-Report.pdf). Im 4. Kapitel (S. 69ff.) geht es um „Lifelong learning“ und die Bedeutung von frühkindlicher Bildung, Schule, tertiärem Bildungssektor und lebensbegleitendem Lernen. Im Vorwort des Weltbamk-Präsidenten (s. dort, S. vii) habe ich nun auch eine Aussage gefunden, auf die sich Roman R. Rüdiger in dem Zitat auf der EduAction-Seite bezogen haben dürfte.